Von Maximiliano Paterlini, Spanien
Die Morphologie der Zähne und der Gingiva wurde mit der CAD-Software (Exocad, Deutschland) entworfen (Abb. 1). Anschließend wurde in einem neuen Projekt ein passiver Steg entworfen (Abb. 2), aus Aluminium gefertigt und zur Prüfung und Anpassung an die Klinik geschickt.
Im Gegensatz zu Zähnen, die über das parodontale Ligament mit dem Knochen verbunden sind, haben Implantate eine feste Knochenverbindung. Schon deshalb ist ein passiver Sitz der Suprakonstruktion sehr wichtig. Eine Fehlpassung der Suprakonstruktion kann negative Folgen haben, wie zum Beispiel eine Über- oder Fehlbelastung der Knochen-Titan-Verbindung oder später prothetische Probleme, wie zum Beispiel eine Lockerung von Schrauben.
Anschließend wurde ein Prototyp auf der Grundlage des digitalen Entwurfs und mit den optimierten Implantatpositionen 3D-gedruckt (Abb. 4). Dieser Schritt diente dazu, den Gingivadruck, die Funktion und die Ästhetik intraoral zu überprüfen.
Nach Überprüfung des passiven Sitzes sowie des intraoralen Mock-ups wurde die Primär- und Sekundärstruktur in Blender4Dental (Blender, Australien) konstruiert. Die Primärstruktur bestand aus einem Titansteg (Abb. 5), der auf die prothetischen Aufbauten geschraubt und anschließend mit einer Sekundärstruktur aus Zirkonoxid (gefräst aus Initial™ Zirconia Disk Multilayer Elite, GC, Farbe A2) vervollständigt wurde (Abb. 6).
Abb. 1: Vollständiges Design von Zähnen und Gingiva in exocad.
Abb. 2: Implantatgetragener Steg mit passivem Anschluss
Abb. 3: Segmentierter und verblockter Aluminiumsteg.
Abb. 4: 3D-gedruckter Test auf einem Split-Cast-Modell.
Abb. 5: Die Primärstruktur aus Titan. Es wurde darauf geachtet, dass das Material um das Schraubenloch herum eine Mindeststärke von 0,8 mm aufweist.
Abb. 6: Die Sekundärstrukturaus Zirkonoxid wurde aus einer 25 mm großen Ronde Initial Zirconia Disk Multilayer Elite (GC) gefräst.
Danach wurde die Zirkonoxidstruktur individuell angepasst. Hier bestand die Anpassung aus einer manuellen vestibulären Reduktion im weißen und im rosafarbenen Bereich mit unterschiedlichen Fräsen (Steinen), um einen interdentalen Individualisierungseffekt zu erzielen (Abb. 7). Solche manuellen Anpassungen werden immer im Grünlingszustand des Materials vorgenommen.
Nach dem Sintern (Abb. 8) wurde eine weitere interne Charakterisierung der Zähne und der Gingiva mit Initial IQ Lustre Pastes ONE (GC) und Initial Spectrum Stains (GC) durchgeführt. Für die Zähne wurde L-NFL als fluoreszierende Basis eingesetzt. Anschließend wurden diverse Farben aufgetragen, um unterschiedliche Transparenzbereiche zu schaffen und gewisse Effekte zu erzielen.
Die zervikalen Bereiche der Zähne wurden mit L-B coloriert. Bei den Eckzähnen wurde die Farbe intensiver aufgetragen, um ihnen etwas mehr Chroma zu verleihen als den Schneidezähnen. Im zentralen Bereich der mittleren und seitlichen Schneidezähne wurde mit einer Mischung aus L-V und L-1 ein „Streifen“ zwischen dem zervikalen Bereich und dem inzisalen Bereich geschaffen. Dadurch entsteht ein interessanter Lichtbrechungseffekt, der das natürliche Aussehen noch verstärkt.
In den inzisalen Bereichen wurde an den freien Kanten mit L-5 und einer Mischung aus L-6 und L-3 eine Lichtabsorptionszone geschaffen. Die Mamelons wurden mit einer Mischung aus L-V, L-1, L-B und SPS-4 kreiert. Für das natürliche Aussehen der Gingiva wurden auf einer nicht fluoreszierenden L-N-Basis verschiedene Gingivafarben aufgetragen (Abb. 15 bis 18).
Die freie Gingiva wurde mit den Farben G-23 + LP-M4 und G-24 gefärbt, die befestigte Gingiva mit G-35. Schließlich erhielt die Alveolarschleimhaut die Farbe G-36 (Abb. 9 bis 10). Bereits nach dem Brand wurde die ästhetisch ansprechende Farbgestaltung und der natürliche Glanz erkennbar (Abb. 11).
Die weitere Charakterisierung erfolgte mit Initial Zr-FS (GC) (Abb. 12). Diese Massen auf Feldspatbasis verleihen der Struktur Tiefe und Vitalität. Die Enamel-Opal-Farben EOP-2 und EOP-3 sowie E58 wurden zur Nachahmung des Schmelzes verwendet. Zur farblichen Gestaltung der Zähne wurden die zervikalen transluzenten Farben CT-22, Fluo Dentine FD-92 und Dentin DA2, CL-F eingesetzt.
Die Gingivafarben GM-24, GM-34 und GM-36 wurden mit Gum Universal (GU) kombiniert, um den Gingivaanteil fertigzustellen. Für eine Komplettbrücke ist eine prothetische High-End-Konstruktion aus einem hochpräzisen Titansteg und Zirkonoxid die beste Wahl. Sie ist unempfindlich gegen Verfärbungen und ihre glatte, polierte Oberfläche zieht weniger Bakterien an. Dies vereinfacht die Pflege und ermöglicht eine optimale Hygiene (Abb. 13 bis 14).
Abb. 7: Zirkonoxid nach Entnahme aus der
Ronde und manuellem Cut-Back.
Abb. 8: Gerüst aus Initial Zirconia Disk Multilayer Elite (GC) nach dem Sintern (Farbe A2).
Abb. 9 bis 10: Auftrag von Initial IQ Lustre Pastes ONE und Initial Spectrum Stains (GC).
Abb. 11: Initial IQ Lustre Pastes ONE mit Initial Spect rum Stains: Ergebnis nach dem Brennen.
Abb. 12: Anwendung verschiedener Massen Initial Zr-FS (GC): EOP-2, EOP-3, E-58, CT-22, FD-92, Dentin A2, CL-F; GM-24, GM-34, GM-36 und GU.
Abb. 13 bis 14: Ergebnis nach dem Glasieren.
Abb. 15: Der bläuliche 3D-Effekt an der Inzisalkante unterstreicht das lebendige Aussehen der Zähne.
Abb. 16 bis 17: Intraoral result. Das Ergebnis in situ
TIPP
Der bläuliche Effekt an den Rändern entsteht durch die Kombination der internen Charakterisierung und EOP-3 in derselben Zone, wodurch ein dreidimensionaler Eindruck entsteht (Abb. 15). Dafür bietet Initial ein komplettes System, mit dem sich auf effiziente Weise höchste Qualität erzielen lässt. Die wichtigsten Faktoren dabei sind Stabilität, Reproduzierbarkeit, Workflow und Ästhetik.
• Stabilität: GC Initial-Materialien sind zuverlässig und vorhersehbar, sodass man in Verbindung mit einem guten Protokoll die volle Kontrolle bei den Arbeiten behält.
• Reproduzierbarkeit: Einheitliche Protokolle und identische Materialien garantieren reproduzierbare Ergebnisse und minimieren Fehler.
• Protokolle: Arbeitsabläufe, die sich an die Anforderungen der jeweiligen Arbeiten anpassen lassen, ermöglichen eine effizientere und produktivere Arbeitsweise.
• Ästhetik: Mit dem richtigen Protokoll, lebendigen Farben und hoher Verarbeitungskonsistenz erhält man immer wieder ein hochästhetisches und natürliches Ergebnis.

Maximiliano Paterlini
2011 schloss Maximiliano Paterlini sein Studium am Institut für Prothetik INS La Ferreria in Barcelona ab. 2020 eröffnete er sein eigenes Labor in Málaga mit dem Schwerpunkt auf ästhetischer Zahnheilkunde, festsitzender Prothetik und CAD/CAM-Design. Die Zusammenarbeit mit GC begann 2022.




